WORKSHOP

Das Geschlecht der Kleidung

MONTAG, 5. AUGUST, 11:00-18:00 UHR

WORKSHOP mit Matthias Zahlten für Jugendliche ab 14 Jahren
Teilnahme: kostenlos
Anmeldung unter info@dortmunder-kunstverein.de

Das Geschlecht der Kleidung

Kleidung hilft uns, jeden Tag uns selbst darzustellen. Wir inszenieren unseren gesellschaftlichen Status, unser Alter und unser Geschlecht.

Kleidung gilt als das erste lesbare Zeichen bei einer ersten Begegnung mit Anderen und unterliegt im Wandel der Zeiten und Gesellschaften unterschiedlichsten Regeln. Auch heute noch gibt es gesellschaftliche Richtlinien, was welches Geschlecht zu tragen hat. Trotz mehrfacher Versuche der Modedesigner den Rock für den Mann gangbar zu machen ist er bis heute im öffentlichen Blickfeld nicht angekommen.

Woher kommt jedoch diese immer noch stark durchgeführte Unterscheidung zwischen männlich und weiblich? Und warum können Frauen Hosen tragen, aber bei Männern im Rock wird geschmunzelt? Wieso ist Make-Up immer noch ein stark weiblich dominiertes Feld und wieso ist eine „männliche“ Coolness an Frauen bis heute Grund für diffamierende Bezeichnungen?

Durch die Konfrontation der Jugendlichen mit gesellschaftlich geschlechtlich aufgeladenen Gegenständen, wie Kleidung, Make-Up, Perücken uvm., werden die Teilnehmenden aufgefordert die kulturelle Bedeutungsaufladung dieser Objekte zu hinterfragen. Im performativen Experiment sollen die Jugendlichen sich in Drag kleiden, also die Kleidung des anderen Geschlechts tragen.

Was passiert mit Ihnen? Warum fühlt es sich seltsam an oder gut? Warum fällt es einigen Mädchen leichter eine Hose anzuziehen als einigen Jungs einen Rock? Was macht einen Rock weiblich? Was macht eine Hose männlich? Was ist weiblich oder männlich? Ab wann wurde die Hose auch weiblich? Ist etwas falsch daran das Verhalten des gegenteiligen Geschlechtes aufzuzeigen? Welche Unterschiede im sozialen Verhalten und im Umgang miteinander entstehen durch diesen Rollenwechsel? Durch die Heranführung der Jugendlichen an sich historisch ändernde Geschlechtsidentitäten sollen die Teilnehmenden verstehen lernen, dass die Rollen und die Objekte mit denen wir uns umgeben nur die Bedeutung haben die wir ihnen geben. So sollen die Jugendlichen in die Lage versetzt werden geschlechtliche Zuweisungen wie Schwäche und Stärke neu zu hinterfragen und an sich selbst herausfinden können welche „männlichen“ oder „weiblichen“ Anteile sie überhaupt haben.

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Der Workshop findet im Rahmen der von Performances und Filmen begleiteten Gruppenausstellung DISPLAY. Staging Identities statt. Sie zeigt zeitgenössische künstlerische Arbeiten über „Drag“. Ursprünglich bezeichnet der Begriff das Auftreten im Gewand des jeweils anderen Geschlechts, wobei ein Charakter angenommen oder eine eigene Identität entwickelt wird. Obschon dadurch allen Formen von Drag die Hinterfragung konventioneller Geschlechterdefinitionen gemein ist, lässt sich zunehmend deren Aufweichung und die Erstarkung geschlechtsneutraler Rollen beobachten.

Bei Johannes Paul Raether (*1977 in Heidelberg, lebt in Berlin), Victoria Sin (*1991 in Toronto CA, lebt in London), Mikołaj Sobczak (*1989 in Posen PL, lebt in Münster) und Philipp Timischl (*1989 in Graz, lebt in Paris) begegnen wir unterschiedlichen Auseinandersetzungen mit dem Konzept von Drag: Es findet Widerhall als Werkzeug der Selbstermächtigung, als Möglichkeit einer immer wieder neu zu erfindenden Identität sowie als Vehikel zur Hinterfragung und zur Überwindung sozialer Klassen, (hetero)normativer Vorstellungen und bestehender Geschichtsschreibung.

Kuratiert von Linda Schröer

 

Die Ausstellung wird unterstützt von:

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