|
12.11.2009, 18.30 Uhr

»Zwischenlandung 11« Tim Trantenroth, Berlin, Künstlervortrag
Am Donnerstag, dem 12. November 2009 um 18:30 Uhr stellt der in Berlin lebende Maler im Dortmunder Kunstverein, Hansastraße 2-4, sein Werk vor. Der Eintritt ist frei.
Veranstaltet wird der Vortrag im Rahmen der Reihe »Zwischenlandung« von Prof. Jan Kolata, Lehrstuhlinhaber für Malerei am Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund.
Tim Trantenroth malt Autowracks, Überwachungskameras, Blumenkübel. Und doch sagt der Künstler: »Es geht in erster Linie um Malerei.«
Nach Auslandsaufenthalten auf Zypern, in Istanbul und New York lehrt Trantenroth derzeit Malerei an der Abteilung Architektur/Malerei der Universität Hannover. Seine Aufmerksamkeit gilt vor allem der urbanen Moderne. Dabei greift er häufig auf Motive des Alltags mit hohem Wiedererkennungswert zurück. Neben klassischer Ölmalerei nutzt Trantenroth auch das Medium des Wandbildes: Streng geometrische Ausschnitte von modernistischen Fassaden werden in irritierenden Perspektiven abgebildet. Dieser Rückgriff auf Methoden der Trompel’œil Malerei operiert jedoch mit reduzierten Formen und setzt illusionistische Mittel wie etwa den Schlagschatten nur sparsam ein. So erfindet Trantenroth Räume, die es in dieser Form eigentlich nicht geben kann. Erst die intensive Betrachtung erlaubt es, seinen Illusionismus zu entschlüsseln und dessen Zustandekommen nachzuvollziehen. Tritt man näher an Trantenroths Bilder heran, wird deutlich, dass es sich bei ihnen tatsächlich zuallererst um Malerei handelt. Die klare Konstruktion der Formen wird in Frage gestellt, der Pinselstrich bleibt sichtbar. Trantenroths Malerei regt den Betrachter dazu an, über das Verhältnis von Bild und Wirklichkeit nachzudenken. Dabei steht immer auch die Möglichkeit der Manipulation im Raum.
Nadine Michael
|