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ARCHIV / 2008 / Ausstellung: Martin Brand. Eyes Wide Shut

Neue Videoarbeiten im Dortmunder Kunstverein, in Kooperation mit dem Hartware MedienKunstVerein 

05. Dez. 2008– 01. Feb. 2009  

 

 

Martin Brand wurde 1975 in Bochum geboren und studierte bis 2002 Kunst und Germanistik in Bochum und Dortmund. Er lebt und arbeitet als Künstler und Filmemacher in Köln.

In den vergangen Jahren hat er eine Reihe von Projekten realisiert, bei denen er von Beobachtungen und Überlegungen zu gesellschaftlich-sozialen wie auch politischen Vorgängen und Zuständen ausging. Seine Arbeiten bewegen sich dabei oftmals zwischen Dokumentation und Fiktion, zufälliger Beobachtung und Inszenierung.
Das Besondere an Brands Arbeitsweise ist, dass er das Video als Mittel zur Konfrontation und Verunsicherung einsetzt, indem er das Auge der Kamera zum Auge des Betrachters macht. Das Charakteristische seiner künstlerischen Arbeit ist die konsequente Auseinandersetzung mit Jugendlichen, Cliquenbildung und Gruppenhierarchie.

Die Arbeit Eyes Wide Shut stellt den Besucher in einen nonverbalen “Dialog“ mit den Portraitierten. Fünf Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren stehen dem Betrachter überlebensgroß gegenüber. Die Jugendlichen tragen Jeans und T-Shirt, blicken ohne eine Gestik und ohne ein Wort geradeaus. Die Distanz zwischen Bild und Raum, Betrachter und Porträtierten ist soweit reduziert, dass der Sehende beginnt, sich beobachtet zu fühlen.
Die Veränderung von Verhaltensmustern beim Betrachter und eine mögliche gegenseitige Einflussnahme von Kunstobjekt und Beobachter reizt Brand mit den Möglichkeiten seines Genres bis an die Grenze zum unbewegten Video aus. Im Sujet des Porträts bewegt sich Martin Brand mit seiner Videoarbeit an der medialen Grenze von Fotografie, Dokumentation und Fiktion.

Themen der Jugendkultur, Identitätssuche, Orientierung an Vorbildern, Beeinflussung durch Medien und Werbung, Cliquen- und Szenebildung, Gewalt, Gruppenhierarchien und -mechanismen spielen in Brands Videoarbeiten eine zentrale Rolle. In diesem Zusammenhang entstanden Arbeiten wie Breakdance (2003/04), Pit Bull Germany (2004), Match (2005), Turku Portraits (2006), Remote (2007) und Eyes Wide Shut (2008).

Martin Brands Videos und Installationen wurden auf zahlreichen Ausstellungen und Festivals gezeigt und mehrfach ausgezeichnet. Er erhielt Stipendien und Künstlerresidenzen und wurde 2006 mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstlerinnen und Künstler ausgezeichnet.

Im Dortmunder Kunstverein wurde ein Überblick seiner in den Jahren 2007/08 entstandenen Videoarbeiten gezeigt. Zur Ausstellung ist ein Katalog (dt./engl.) im Kerber Verlag, Reihe: edition young art’ erschienen.

 

 

Veranstaltungen:

Donnerstag, 4. Dezember 2008, 19.00 Uhr
Vernissage Eyes Wide Shut, Martin Brand

Mittwoch, 10. Dez. 17-20 Uhr / Samstag, 13. Dez. / Sonntag, 14. Dez., jew. 12-18 Uhr
JUGENDZIMMER 7, ausstellungsbegleitender Workshop für Jugendliche

Samstag, 17. Januar 2009, 17.00 Uhr
Diskussionsrunde und Künstlergespräch, in Kooperation mit dem Hartware MedienKunstVerein.
Diskutanten: Martin Brand (Künstler), Dr. Inke Arns (Hartware MedienKunstVerein), Kathrin Becker (Neuer Berliner Kunstverein), Verena Titze (Dortmunder Kunstverein)

Sonntag, 25. Januar 2009, 15.00 Uhr
"Minds Wide Open" - Studierende vermitteln Kunst
Kooperation mit Lehramtstudenten am Institut für Kunst und Materielle Kultur der Universität Dortmund

 

 

Die Arbeit Eyes Wide Shut entstand durch ein Arbeitsstipendium der Kunststiftung NRW.

Die Ausstellung wurde unterstützt von: