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Arbeiten auf Papier / Skizzenbücher
26. Sept. – 23. Nov. 2008

Der Dortmunder Kunstverein zeigte in einer Sonderpräsentation Arbeiten des Düsseldorfer Künstlers Otto Piene, der 2008 mit dem „Preis der Kulturstiftung Dortmund für bildende Kunst“ ausgezeichnet wurde. Anlässlich dieser Ehrung stellte der Kunstverein Gouachen und Temperaarbeiten des Mitbegründers der Gruppe Zero vor, die das Thema der anthropomorphen Architektur zum Thema haben. Zudem waren erstmals Skizzenbücher des Künstlers ausgestellt, welche die Auseinandersetzung mit der anthropomorphen Architektur widerspiegeln.
Die Ausstellung zeigte neben Bildern aus den 90iger Jahren drei Serien, die in den letzten zehn Jahren entstanden sind. Die Serie Röntgen besteht aus groß- und kleinformatigen Arbeiten, die das Porträt des Wissenschaftlers als anthropomorphes Gebilde in einen architektonischen Kontext setzen. Von einfachen Porträtskizzen angefangen bis hin zur Gestaltung eines öffentlichen Platzes ist die Entwicklung der anthropomorphen Architektur aufgeführt. Dabei liegt das Besondere in der Idee, das Bildnis eines Menschen als begehbare Architektur zu verstehen.
Die zweite Serie Luther macht das zentrale Thema – das Maß des Menschen in der Architektur – noch deutlicher. Bezeichnungen wie Luther-Burg oder Luther Building verweisen eindeutig auf Architekturskizzen, die das Antlitz des Menschen in den Fokus der Auseinandersetzung stellen. Nicht im Sinne eines geometrischen, mathematischen Konstruktes oder Formenverhältnis, sondern einzigartig durch das äußere Erscheinungsbild des Gesichtes. Otto Piene versucht nicht seine Bilder als Architekturmodell oder Maßstabskizze zu verstehen, sondern plant für Persönlichkeiten aus der Wissenschaft, Philosophie, Politik und Literatur – die für die Geschichte und ihre gesellschaftliche Entwicklung Weg weisend waren – Monumente, die als Baudenkmäler zu verstehen sind. Ihnen schreibt er genaue Namen zu, um die Funktion des Gebäudes deutlich zu machen.
Ein im Jahre 2000 entstandener Jahreskalender war zentraler Bestandteil der Ausstellung und machte das Thema der anthropomorphen Architektur eindrucksvoll in großer Vielfalt deutlich. So soll zu Ehren Johann Wolfgang von Goethes ein Goetheanum gebaut werden, nach Mutter Theresa ein Krankenhaus konstruiert werden, nach Röntgen eine Universität, Louis Armstrong eine Bücherei, Albert Einstein ein Turm oder Miles Davies ein Konservatorium entstehen, das ihre Bildnisse und ihre Namen trägt. Noch sind es Skizzen und abstrakte Ideen, die Piene in seine Gouachen und Temperaarbeiten festhält, ein Bildnis als reale Architektur zu verwirklichen.
Pienes Sky Art Projekte, die er am Center for Advanced Visual Studies am Massachusetts Institute of Technology (M.I.T.) in Cambridge konsequent weiter entwickelt, sind beständige Schritte, um überdimensionierte, temporäre Skulpturen in den öffentlichen Raum zu stellen, die durch die Möglichkeit als begehbare Skulptur der architektonischen Idee nahe kommen.
Der Dortmunder Kunstverein zeigte erstmals in diesem Umfang 26 Arbeiten und drei Skizzenbücher zur anthropomorphen Architektur. Eine kleine Broschüre mit einem Textbeitrag von Dr. Claudia Schaefer - cubus kunsthalle, duisburg – ist zur Ausstellung erschienen.
Fotos: Sabitha Saul
Die Ausstellung wird unterstützt von:
Knauf Perlite Knauf USG Systems Kulturstiftung Dortmund Dortmunder Volksbank color-offset-wälter
Termine:
26.09.2008, 19.00 Uhr: Ausstellungseröffnung Otto Piene ist anwesend. Es sprechen: Prof. Eckhard Gerber, Vorstandsvorsitzender des Dortmunder Kunstvereins Hans Klüting, Mitglied des Vorstandes der Kulturstiftung Dortmund Verena Titze, Künstlerische Leiterin des Dortmunder Kunstvereins
28. Oktober 2008, 19.00 Uhr: Vortrag „Der Mensch als Maß aller Dinge“ – Das Anthropomorphe in der Architektur. Verena Titze, Künstlerische Leiterin des Dortmunder Kunstvereins
06./13./20.11.2008, jew. 17.00-20.00 Uhr: Jugendzimmer 6 - Ausstellungsbegleitender Workshop für Jugendliche ab 14 Jahren. Künstlerin und Pädagogin: Dagmar Lippok Das Jugendzimmer wird gefördert durch den Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein - Westfalen.
Im Museum am Ostwall findet anlässlich der Preisverleihung vom 16. September 2008 bis 25. Januar 2009 die Ausstellung "Otto Piene: spectrum" statt. Zu dieser Ausstellung ist ein umfassendes Begleitprogramm und ein Katalog erschienen.
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