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Zwei Socken dringen in den TV-Alltag des Zuschauers ein und erfinden sich dort permanent neu. Sie zitieren Bilder aus Werbesendungen, nehmen Bezug auf aktuelle Themen, sprechen Dialoge nach. Alle Szenarien sind dem Zuschauer schon nach den ersten Sekunden bekannt: Aha, die Kulisse eines Nachrichten-Studios, die Bilder vom Mars, die Erklärungsversuche der Toll-Collect-Manager. Dort wo andere Sendungen aufhören, beim bloßen Präsentieren der einschlägigen Bilder der Woche, fangen die beiden Hauptdarsteller von LiveSocks an: Sie begeben sich mittenrein in das jeweilige Szenario und spielen in den Bildern und Zitaten, mit denen das Fernsehen die Zuschauer alleine lässt. LiveSocks nimmt sich die kurze Zeit um weiter zu spinnen: Wie geht die Geschichte weiter? Wir gehören einer Generation an, die nichts auf die Bilder der Computersimulation einer Siedlung auf dem Mars gibt. Warum malen wir uns dann nicht selber aus, wie es dort aussehen soll? Die Socken treten in einer anarchisch-liebevoll gestalteten Bilderwelt auf. Sie betreiben eine Medienpiraterie, wie sie durch Kalkhofens Mattscheibe und TV Total populär wurde, zeigen aber nicht mit Häme auf die zitierten Bilder. Sie erfreuen sich der neuen Welten, die jemand geschaffen hat, der sie nun aber nicht mehr braucht und toben sich darin aus. (Funkhausbesetzung!) Die Socken nutzen die einmal gebauten Kulissen des Fernsehalltags und schleppen sie weg um damit im Keller ein neues Stück zu spielen. Sie laden dazu ein: diejenigen, die nachts über Dauerwerbesendungen lachen und nicht weiterzappen; diejenigen, denen die Nachrichten zu schnell vorbei sind; die, die andere Bilder von der Besiedelung des Mars sehen wollen.

Die Socken bedienen sich des Vokabulars ihres jeweiligen Szenarios, sie reden vom Weltraumzeitalter und aus ihren Mündern klingt es unbeholfen, naiv, absurd (ganz anders als aus dem der Originalmoderatorin). Der Monolog einer Dauerwerbesendungsverkäuferin entpuppt sich als ein hilfloses Gestammel. Das ganze Erscheinungsbild von LiveSocks ist darauf ausgelegt, die Wirklichkeit umzuformen und den Focus der Berichterstattung zu verschieben. Die Socken wandeln einen Toaster in einen Projektor um, reduzieren ganze Serienplots auf zwei Sätze, lassen sich in ihrer Bluescreen-Nische häuslich nieder.
http://www.livesocks.de/
Mit klanglicher Unterstützung von

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