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ARCHIV / 2010 - Termine / Rückblick: Zwischenlandung 14

20.05.2010, 18.30 Uhr

Theo de Feyter, Künstlervortrag

 

Zwischenlandung 14
Theo de Feyter/Amsterdam


Theo de Feyter: "Hemelsbreed - Himmelweit. Malereien vor Ort"

Theo de Feyter ist Künstler, Nahostspezialist und ausgebildeter Archäologe. Erst kürzlich ist ein umfangreiches Buch von ihm über Syrien erschienen. (Syrië. Een geschiedenis in ontmoetingen en plaatsen. Amsterdam 2008)

In dem Vortrag wird er einige seiner Malereiprojekte vorstellen, in denen er sich mit der Möglichkeit bzw. Unmöglichkeit auseinandersetzt, einen temporalen Verlauf in Bildern festzuhalten.  In der fortlaufenen Bilderserie ‘Mein Ausblick um 17.00 Uhr’ malt er tagein, tagaus,  was sich ihm beim Blick  aus seinem Atelierfenster bietet. Alle Parameter sind soweit wie möglich festgelegt: Zeitpunkt, räumliche Position, Format und Technik. An Motiven wird registiert, was der Zufall bietet. Wenn man die Bilder in  der Reihung zeigt, entweder als Tableaus in der Ausstellung oder als eine Art Daumenkino in Buchform, wird Temporalität  als jahreszeitliches Phänomen sichtbar.

Auch in den beiden Projekten ‘Luftlinie’(Düsseldorf 2005) und ‘Hemelsbreed’ (Amsterdam 2009) spielt Chronologie eine zentrale Rolle, und zwar in der Form von Linien, die er in Stadtpläne einzeichnet. Mit ihnen verbindet er historische Stadtkerne mit Neubauvierteln. Malereien entstehen dann an bestimmten aleatorischen Knotenpunkten dieser Linien. Es handelt sich  dabei im Grunde um horizonale Zeitschnitte, vergleichbar den sedimentären Grabungen der Archäologie.
De Feyters Bilder sind um topographische Sachlichkeit bemüht. Sie entstehen “vor dem Motiv” und fordern in dieser Entstehungsweise auch immer wieder Kommentare von Passanten und Zuschauern heraus, die dann im Zusammenhang mit den Präsentationen der Bilder als schriftliche Notate erscheinen. Es geht dabei immer wieder um die Frage, was es wert sei, festgehalten zu werden, um das alte Themas des “Pittoresken”, um das Sublime und das Banale in der Malerei; eine Problematik, die von De Feyter in seinem Vortrag neu durchdacht werden wird.

Donnerstag, 20.Mai 2010 um 18.30 Uhr im Dortmunder Kunstverein