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Florian Merkel hat in Leipzig sein künstlerisches Studium absolviert. Im Früjahr 1989 zog er nach Berlin, in jene Stadt, die sich bis heute drastisch verändert. Seine Erlebnisse im Wandel der sozialen Strukturen und der Lebensumgebung haben auf seine Schöpfungen bestimmt nicht geringen Einfluss ausgeübt. Politische Gesellschaftskritik scheint jedoch nicht die Motivation seiner künstlerischen Tätigkeiten zu sein. Merkels Werke lassen sich nicht in einer einzigen, vorgefertigten Bedeutung zusammenfassen; sie laden den Betrachter vielmehr zur freien Assoziation, zu unterschiedlichen Interpretationen ein und lassen die Haltung des Künstlers erahnen, der selbst Abstand hält.
Dass nicht alles, sondern „etwas" nicht stimmt, irritiert die Menschen. Merkel, der von diesem Trick weiß, kombiniert gewöhnliche Werkzeuge, Motive oder Figuren in einer Gebärde, die jeder irgendwann irgendwo gesehen haben muss und in Erinnerung hat, miteinander. Sowohl die Lob verdienenden Meisterwerke der Kunst als auch Puppen aus der Rumpelkiste werden auf der gleichen Ebene eingesetzt, wodurch eine Verschiebung ihrer Bedeutung stattfindet. Ähnlich wie die Massenprodukte der Pop-Art sind klassische Motive, die wiederholt zitiert und ausgeschöpft werden, hervorragende Werkstoffe, um eine kitschige Atmosphäre zu erzeugen. Man kann darin eine leichte Ironie gegenüber der Kunstgeschichte oder sogar einen skeptischen Blick auf die sog. „wahren" Kunstwerke vermuten: Was ist wertvoll? Was ist Kitsch? Was gehört zur Tradition? Was ist neu? Wo ist die „Wahrheit"?
Zur Dokumentation der Ausstellung und des hierzu entstandenen Wandbildes ist eine Katalogbroschüre erhältlich.
Das Projekt wurde ermöglicht durch die Förderung des Landes NRW.

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