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Der Begriff der Feldforschung wurde in den 70er Jahren in die kunsttheoretische Diskussion eingeführt. Hiermit reagierte sie auf die Verschiebung von einer ergebnis- zur prozessorientierten künstlerischen Gestaltung, die durch Beobachtung, Versuchsanordnungen und fiktive Gegenentwürfe gesellschaftliche Strukturen nachzuzeichnen suchte. Der Aktionsraum entfaltete sich zwischen musealen und öffentlichen Räumen. Günter Metken hat für diese künstlerische Entwicklung den Begriff der „Spurensicherung“ geprägt. Sie fand ihren Anfang in einer Hamburger Austellung von 1974, die eine Reihe an archäologischer Methode interessierte Künstler erstmals zusammenbrachte. Zu den bedeutendsten Vertretern zählen Patrick und Anne Poirier, Nikolaus Lang, Paul-Armand Gette und Charles Simonds. Ebenfalls hinzuzurechnen aus jüngerer Zeit sind unter anderem Susan Hiller, Mark Dion, und Nigel Poor. Als Beispiel sei zunächst verwiesen auf Anne und Patrick Poirier. Beide wurden 1942 geboren und ihre späteren Arbeiten sind wesentlich von ihren Kindheitserfahrungen im zerstörten Frankreich der Nachkriegszeit beeinflusst. Als sie 1970 gemeinsam die Überreste buddhistischer Tempel in Angkor in Kambodscha besuchten, wurde ihr Interesse an der Archäologie geweckt, das bis heute anhält. Ihre künstlerischen Arbeiten drehen sich seitdem vor allem um zwei eng verwandte Themen: die Zerbrechlichkeit und Zerstörung von Kulturen und Zivilisationen, und die Wichtigkeit des kollektiven Gedächtnisses. Der amerikanische Künstler Mark Dion lässt sich demgegenüber zunächst von bestimmten älteren Methoden der Naturwissenschaften und in jüngerer Zeit auch von der Archäologie inspirieren. In seinen früheren Arbeiten hat sich Dion oft auf die Naturforscher des 18. und 19. Jahrhunderts bezogen, die auf Entdeckungsreisen in entlegenden Teilen der Welt als Sammler und Typologen der Naturgeschichte auf der Spur waren. Dion ahmte nicht nur ihre Arbeitspraktiken im Feld und im Labor nach, sondern auch die zur gleichen Zeit beliebten Kuriositätenkabinette sowie die entstehenden Publikationen. Der Vortrag wird einige exemplarische Projekte der wichtigsten Vertreter dieser Bewegung vorstellen und mit zeitgenössischen Experimenten konfrontieren.
Eine Kooperation des Dortmunder Kunstvereins und der VHS Dortmund im Rahmen der Ausstellung "Bettina Pousttchi - Limits"
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