ICHTS

Sam Anderson, Frieder Haller, Aleksander Hardashnakov, Olga Pedan und Arjan Stockhausen

27. August bis 30. Oktober 2016

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Ausstellungsbroschüre zum Download hier

Ausgehend von einem Interesse für eine Ästhetik des Naiven, für das Handwerkliche und Zerfallene treffen die fünf KünstlerInnen Sam Anderson (*1982 in Los Angeles), Frieder Haller (*1987 in Freiburg im Breisgau), Aleksander Hardashnakov (*1982 in Toronto), Olga Pedan (*1988 in Kharkov) und Arjan Stockhausen (*1992 in Alfter) in der Ausstellung „ICHTS“ aufeinander. Die gezeigten Arbeiten betten sich dabei in eine fiktionale Narration ein, die die Widersprüchlichkeiten der Realität mit ihren ständigen politischen und gesellschaftlichen Verschiebungen zu ihrem Thema macht. Die Ausstellung ist nicht der Versuch, einen abgeklärten, analytischen Blick auf die Welt zu liefern, sondern vielmehr, innerhalb eines Rahmens, den die einzelnen Arbeiten vorgeben, eine Stimmung zu erzeugen, die Ausdruck einer diffusen Ungewissheit ist.

So steht schon der Ausstellungstitel ICHTS sinnbildlich für eine Verschiebung: Er impliziert die Zwiespältigkeit zwischen der vielfältigen oder aber fragmentarischen Identität und dem Verlassen der Vorstellung von einem singulären Selbst. ICHTS könnte für eine x-beliebige Gruppe von Menschen, für eine hybride Gestalt, einen Mutanten, ein immer im Werden begriffenes digitales Ich stehen, für Eigenschaften ohne Körper, oder ein neuer Begriff sein, der schlicht das Ich ersetzt.

Losgelöst von einer zeitlichen Zuordnung entwickeln die Arbeiten der fünf KünstlerInnen Narrationen über unterschiedliche Formen des Ichs – zum Teil mythologisch, mystisch, dystopisch oder gar esoterisch. Kinder, Dämonen, Mörder, Nonnen, Manga-Figuren, Trolle, verlassene und verfallene Betonkonstruktionen, ein Mensch, der sich an einem Affen anlehnt, evozieren fantastische Welten, in der Emotionen wie Freude oder Angst, Hoffnung oder Schmerz, Vergänglichkeit und Brüchigkeit frei geäußert werden können. Hier wird der Bedarf formuliert, den Menschen als nicht rational zu erkennen und durch visuelle Erzählungen diese Kraft zu aktivieren.

ICHTS wurde von Oriane Durand zusammen mit Frieder Haller und Arjan Stockhausen konzipiert.

KALENDER

MITTWOCH, 24. AUGUST, 18:00 UHR:
WORK IN PROGRESS für Mitglieder und Förderer des Dortmunder Kunstvereins.
Die KünstlerInnen stehen an dem Abend für alle Fragen zur Verfügung.

FREITAG, 26. AUGUST, 19:00 UHR:
ERÖFFNUNG

Begrüßung: Dr. Matthias Wiese (Mitglied des Vorstands)
Einführung: Oriane Durand (Künstlerische Leiterin)

DONNERSTAG, 29. SEPTEMBER, 19:00 UHR:
FÜHRUNG mit Oriane Durand

SAMSTAG, 17. SEPTEMBER 2016, 16:00-23:00 UHR:
ICHTS & DIE WELT VON MORGEN 
Workshop von 18:00-20:00 Uhr zur 16. Dortmunder DEW21-Museumsnacht: Angelehnt an die Ausstellung ICHTS rufen wir zu eigenen Kreationen der Welt von morgen auf!

DONNERSTAG, 6. OKTOBER, 19:30 UHR:
LA DERNIÈRE SÉANCE #4
19:30 UHR: Kurzführung durch die Ausstellung ICHTS mit Oriane Durand, Eintritt frei
20:00 UHR in Kooperation mit KINO IM U : Kurzfilmprogramm Ditch Plains (2013, 29 Min) und My Throat, My Air (2013, 17 Min) von Loretta Fahrenholz, Kempinski (2007, 12:42 Min) von Neil Beloufa, The Perfect Human (1967, 13 Min) von Jørgen Leth
Eintritt: 7 €, ermäßigt: 6 €

SAMSTAG, 22. OKTOBER, 14:00-19:00 UHR:
DEATH OF A SELF
GESPRÄCHE darüber, was das Ich sein kann. Mit Hans-Christian Dany, Line Ebert, Eleanor Ivory Weber und Marcus Steinweg.

Die Ausstellung wurde gefördert von:

 

Based on a common interest for the aesthetics of the naive, manual production and the decay, the five artists Sam Anderson (*1982 in Los Angeles, USA), Frieder Haller (*1987 in Freiburg im Breisgau, GER), Aleksander Hardashnakov (*1982 in Toronto, CA), Olga Pedan (*1988 in Kharkov, UKR) und Arjan Stockhausen (*1992 in Alfter, GER) are brought together within the frameworks of the exhibition “ICHTS”. Their works are embedded in a fictional narration which addresses the contradictory nature of reality with its continuous shifts in politics and society. The exhibition does not attempt to offer a clarified and analytical view upon the world, but rather, within a framework set by each individual work of art, to trigger a sentiment which comes from the manifestation of a diffuse uncertainty.

The exhibition title ICHTS already stands emblematically for a displacement: the artificial word “ichts” is composed of the word “nichts”, meaning nothing, and “ich”, meaning I – google translate proposes “Othing” as the English equivalent. The neology thus contains a dichotomy between a manifold identity and a departure from the idea of a singular self. Othing could refer to any formation of people, to a hybrid form, to a mutant, to an always changing digital I, to a personality without a body, or perhaps a new term, which ultimately replaces the self.

Detached from a temporal allocation, the works of the five artists develop narrations about different forms of the self – partly mythological, mystical, dystopian or even esoteric. Children, demons, murderers, nuns, manga characters, trolls, left and decayed concrete constructions, and a human resting his back on a gorilla evoke fantastical worlds in which emotions like happiness or fear, hope or pain, evanescence and fragility can be openly expressed. Here, the need to see the human as a non-rational being is formulated and, by a visual narrative, to activate this strength.

The exhibition was conceived by Oriane Durand together with Frieder Haller and Arjan Stockhausen.

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